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Die Straße, die Dinge und die Zeichen – ein semiotischer Spaziergang entlang der Potsdamer Straße von und mit Eva Reblin
Was ist eine Straße? Sicher wird jetzt jede/r eine konkrete Straße vor Augen haben: die Straße der Kindheit, die Straße, in der die aktuelle Wohnung ist, die Straße, deren Adresse man auf Nachfragen als Wohnort angibt, die Straße der Eltern, der oder des Geliebten, poetische Straßen, imaginäre Straßen, die Straße der Lieblingskneipe oder eine Straße, wie sie in Kinderbüchern vorkommt. Diese Straßen bestehen aus Fahrbahnen und Gehwegen, vielleicht einer Bebauung am Rand, sie haben einen Anfang und/oder ein Ende, sie führen irgendwo hin, es gibt Abzweigungen, Wege, Randnutzungen und vieles mehr. Straßen, und das wird klar, sobald wir uns der Erinnerung hingeben, bestehen über ihre Funktion als „Bewegungsadern und Strukturelemente der Stadt“ hinaus noch aus wesentlich mehr. Aus teilweise sichtbaren, teilweise unsichtbaren Dingen oder Eigenschaften, aus Materiellem und Immateriellem wie Erinnerungen, Geschichte und Geschichten und aus Referenzsystemen, von denen Zeichen eines wären. Straßen sind Teile der Stadt, aber in ihnen bündelt sich kaleidoskopartig auch das Städtische im Allgemeinen.
In unserem Spaziergang in der Potsdamer Straße wollen wir vor allem die Dinge und die Zeichen der Straße betrachten und erkunden, was sie uns über diese Straße, das Viertel, die Stadt mitteilen, was wir in ihnen lesen können. Dabei interessieren wir uns für (fast) alles, für banale (?) Verkehrs- und Straßenschilder, für Gebäude, Läden und Menschen, für Street Art und Mauerrisse, für Geräusche, Gerüche und Farben.

Dass jenes Straßenschild den Namen der Straße anzeigt, sehen und wissen wir. Wir wollen uns aber fragen, in welcher Weise es dies tut. Und ist dieses Haus eben nur ein Haus, in dem man wohnt oder arbeitet? Oder finden wir in ihm nicht eine Vielzahl von ganz unterschiedlichen Bedeutungs(ge)schichten? Wann werden die Straßendinge zu Zeichen? Können wir unterschiedliche Arten dieser Ding-Zeichen unterscheiden? Und wenn wir Kenntnis über das Vorhandensein und die Beschaffenheit von Zeichen erlangt haben, wie können wir diese auslesen? Kann eine bestimmte Nutzung oder Nicht-Nutzung ebenfalls ein Zeichen sein? Einige Grundbegriffe der Semiotik, der Wissenschaft von den Zeichen, sollen uns hier helfen, nach Antworten zu suchen.
Wir werden uns, ausgehend vom Hof des ehemaligen Tagesspiegel-Gebäudes, in einigen Abschnitten auf der Potsdamer Straße bewegen, die ein Abschnitt der Bundesstraße 1, einer der wichtigsten Radialen Berlins ist. Sie führt vom U-Bahnhof Kleistpark in Schöneberg bis zum Potsdamer Platz und auf Grund der Lage und Länge durch viele urbane Sphären. Im Spazierengehen wollen wir nicht nur die Einzeldinge, sondern vielleicht auch „Bedeutungsreihen“ erschließen, dabei aber das Untypische, die Widersprüche nicht übersehen. Zum Abschluss des Rundgangs übt sich jede/r, nach einer nur formbezogenen Vorgabe, individuell oder in einer kleinen Gruppe, darin, ein oder mehrere Zeichen zu suchen bzw. zu erfinden, zu bestimmen und über sie nachzudenken. „Die Hauptsache ist die Anhäufung von Lektüren der Stadt“, ein Satz von Roland Barthes, könnte unser Motto für diesen Zeichenspaziergang sein.
Treffpunkt und Uhrzeit: 20.4.2013 um 14:00 im Hof des ehemaligen Tagesspiegel-Gebäudes in der Potsdamer Straße 77-87 (zwischen Pohl- und Lützowstraße; U Kurfürstenstraße). Dauer ca. 2 Stunden.
Wir gehen pünktlich los. Im Anschluss ist eine Einkehr in ein ortsnahes Café geplant. Die Teilnahme erfolgt auf eigenes Risiko und ist kostenlos. Jedoch wäre es schön, wenn jede teilnehmende Person ein Spende für die Vortragenden oder Vermittelnden geben könnte. Der Spaziergang ist barrierefrei.
Wer sich vorab informieren möchte, findet hier den Link zu Eva Reblins Dissertation “Die Straße, die Dinge und die Zeichen” und hier eine Rezension.
Das Stadtforschertraining findet zweimonatlich, i.d.R. jeweils am 3. Samstag statt. Der nächste Termin ist ein Soundwalk und findet am 15. Juni in Erlangen statt. Der Termin im August wird frühzeitig bekanntgegeben.
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Am Samstag veranstalten Andrea Respondek und Karsten Michael Drohsel ihr erstes gemeinsames Stadtforschertraining, das in der Folge regelmäßig stattfinden soll. Für den ersten Termin konnte Sebastian Strombach gewonnen werden, der seinen Spaziergang „Auf der Schwelle von Benjamin“ vorstellen wird. Sebastian hatte den Spaziergang zum Metastadt Spaziergangswettbewerb 2011 eingereicht und schon damals Begeisterung für seine Herangehensweise und seine Darstellung ausgelöst. Ihr seid herzlich eingeladen diesen Spaziergang zu begleiten und rund um die Yorkbrücken, Kurfürstenstraße und den Tiergarten auf den Spuren Walter Benjamins unterwegs sein.
Wer sich gerne vorbilden möchte, dem seien Benjamins Buch “Berliner Kindheit um 1900″ oder ein Besuch in der Stadtklause am Anhalter Bahnhof empfohlen.
„Auf der Schwelle von Benjamin“
ein Spaziergang auf Walter Benjamins Spuren von und mit Sebastian Strombach
Treffpunkt: Yorkstraße, Eingang in den Park am Gleisdreieck (zwischen den Yorkbrücken; Nähe Bahnhof U7 / S2)
Veranstalter: Andrea Respondek und Karsten Michael Drohsel; Infos unter http://www.metastadt.wordpress.com
Die Spaziergänge beginnen pünktlich! Die Teilnahme erfolgt auf eigenes Risiko und ist kostenlos. Jedoch wäre es schön, wenn jede teilnehmende Person ein Spende für die Vortragenden oder Vermittelnden geben könnte. Am Ende der Trainings ist jeweils eine Einkehr geplant, um das erlebte zu reflektieren.
Weitere Termine: zweimonatlich, i.d.R. jeweils der 3. Samstag. Nächster Termin ist am Sa. 20. April der Termin im Juni wird frühzeitig bekanntgegeben.
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Die Stadt hat viel zu erzählen. Sie zeigt uns Spuren, die wir finden und lesen können müssen, um sie zu verstehen. Die Neugierde treibt uns hinein, in den Kosmos der Räume und Orte. Geräusche, ein schöner Mauerdurchbruch, ein Hauseingang, eine streunende Katze, Futschi für 1€, ein beiläufiges Denkmal, Zeichen an Wänden und auf dem Boden sind die Wegmarken, die uns locken, uns den Weg vorgeben.
Gemeinsam wollen wir lernen diese Zeichen zu lesen und zu deuten. Wir wollen hinter die Codes der Stadt schauen und ein neues Format ausprobieren, das wir “Stadtforschertraining” genannt haben. Wir, das sind Andrea Respondek und Karsten Michael Drohsel, haben uns zusammen getan, um gemeinsam mit interessanten Leuten die wir einladen, auszuschreiten und an jedem dritten Samstag im Monat mit einem bestimmten Blick oder unter einem Thema, Schlagwort usf. unterwegs zu sein.
Wir haben keine vorgefertigte Vorstellung und bieten auch keinen klassischen Stadtrundgang, zu dem jemand was erzählt und alle hinterherlaufen; vielmehr wollen wir uns selbst überraschen lassen, wie die Spaziergänge verlaufen, auf welche Ideen wir gemeinsam kommen – laufende Stadtforschung eben!
Wir laden alle Interessierten herzlich ein, mit uns durch die Stadt zu mäandern und uns gegenseitig etwas zu erzählen oder beizubringen. Gespräche mit den Menschen, die uns begegnen, Anregungen von Gästen die uns begleiten, Themen, die uns Orte vorgeben die wir passieren und schließlich auch die Kenntnisse der Mitgehenden runden die Stadtforschertrainings ab.
Die Spaziergänge beginnen pünktlich! Die Teilnahme erfolgt auf eigenes Risiko und ist kostenlos. Jedoch wäre es schön, wenn jede teilnehmende Person ein Spende für die Vortragenden oder Vermittelnden geben könnte. Am Ende der Trainings ist jeweils eine Einkehr geplant, um das erlebte zu reflektieren.
Termine: Sa. 16. Februar, Sa. 16. März und Sa. 20. April
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ausnahmezustand bei deko behrend. ein kleiner junge rennt durch den laden und schreit “mama, mama!” der vater antwortet. darauf der junge: “du bist nicht mama”, der vater: “aber ich zahle!”



